Hamlet

Moderne Neuverfilmung

Kinostart: 23.11.00

"Hamlet ist wie Kurt Cobain: Er hat Probleme mit seinen Eltern, eine Identitätskrise und eine schwierige Freundin. So geht's doch allen Jungs, oder?"
Ethan Hawke
Diesmal ist der Schauplatz der Shakespeare-Tragödie die moderne Multi-Media-Welt, sie spielt in New York City im Jahr 2000: Der Präsident der Denmark Corporation ist tot. Ausgerechnet sein Bruder Claudius (Kyle MacLachlan; "Twin Peaks") übernimmt den Posten und heiratet nach nur zwei Monaten Trauerzeit die Witwe Gertrude (Diane Venora; "Romeo und Julia"). Ihrem Sohn Hamlet (Ethan Hawke), der seinen Vater sehr vermisst, erscheint dessen Geist (Sam Shepard). Nachdem dieser behauptet, sein Vater sei von seinem Onkel ermordet worden und er von Hamlet verlangt, ihn zu rächen, entwickelt Hamlet einen Plan, um die Wahrheit herauszufinden. Unter anderem spielen auch Ophelia (Julia Stiles; "10 Dinge, die ich an dir hasse", "Den einen oder keinen"), in die Hamlet verliebt ist, ihr Vater Polonius (Bill Murray) und ihr Bruder Laertes (Liev Schreiber; "Scream"-Trilogie) Rollen im Intrigenspiel dieser Tragödie. Darsteller: Ethan Hawke, Kyle MacLachlan, Sam Shepard, Julia Stiles, Diane Venora, Bill Murray, Liev Schreiber
Regie: Michael Almereyda

Für Shakespeareliebhaber, die eine klassische Verarbeitung seiner Stücke bevorzugen, ist dieser Film - trotz Staraufgebot - nichts. Die Mischung aus hektischer Metropole im Zeitalter der Technologie mit antiquierter, aber klassischer Shakespeare-Sprache erinnert an die "Romeo und Julia"-Version mit Leonardo di Caprio und Claire Danes, und ist sicherlich eine Geschmackssache. Betonen muss man aber auf jeden Fall, dass Ethan Hawke für die Rolle des nachdenklichen und melancholischen Hamlets wie geschaffen ist, spielte er doch auch schon in "Reality Bites" und "Before Sunrise" ähnlich melancholische und philosophisch angehauchte Charaktere, und Bill Murray, den man ja sonst nur als Komiker kennt, überrascht mit der überzeugenden Darstellung eines ernsten Charakters.   (cht)